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Coup d'état

Lebendige Philippinen

Am Nachmittag des 29. November 2007 hat der Philippinische Senator Trillianes gemeinsam mit Militärs versucht, die amtierende Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo zum Rücktritt zu zwingen und damit die Regierung zu stürzen. Ggf wollte er selber das Präsidentenamt übernehmen, was nahe liegt.
Der Umsturzversuch wurde frühzeitig bemerkt und durch einen Polizei- und Militäreinsatz verhindert. Mit einem Radpanzer wurde das Portal des Hotels Manila Peninsula in einem aufsehenerregenden Einsatz gestürmt.
Damit wurde die Situation gleichzeitig auch schon wieder entschärft. Eine Ausgangssperre (Curfew) wurde von Mitternacht bis fünf Uhr morgens verhängt. Allerdings verlief diese ruhig und am folgenden Morgen wurde die Ausgangssperre auch schon wieder aufgehoben. Für den betreffenden Senator und die Militärs wird es noch ein Nachspiel geben.


Die Philippinische Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo Picture: MH


Trotz der Entschäfung hat die australische Regierung ihre Reiseempfehlungen für die Philippinen weiter verschärft und warnt vor grossen Menschenversammlungen oder Kundgebungen, die dazu neigen gewalttätig zu werden. Weiter werden die Reisenden aufgefordert überall vorsichtig zu bleiben.
Die gegenwärtige Landesregierung in den Philippinen gibt mir immer wieder zu denken. Dennoch bin ich überzeugt, dass ein echter Fortschritt nur dann möglich sein wird, wenn die nächsten Wahlen friedlich zu einer Entscheidung genutzt werden. Ich sehe keinen driftigen Grund, der einen Umsturz rechtfertigen würde.
Einmal mehr wird mir klar, dass die Philippinen - trotz Reichtum - ein noch sehr armes Land ist. Die Armut treibt manchmal Menschen zu Gewalttaten. Die hiesige Armut ist für westliche Menschen nicht selten beinahe unerträglich. Dennoch bleibt auch zu erwähnen, dass auch die Philippinen ein Wirtschaftswachstum haben. Leider profitieren davon oft nur wenige und viele Bedürftige sind vom Erfolg ausgeschlossen. Immerhin haben wir hier eine Presse- und Bewegungsfreiheit, die dem Westen nahe steht.
Man darf auch nicht vergessen, dass es z.B. in Frankreich immer wieder Krawalle gibt, die zerstörerisch sind. Die jüngsten Bahnstreiks in Deutschland oder die Streiks des öffentlichen Verkehrs in Italien geben ebenfalls ein alles andere als friedliches Bild von Europa aus meiner Sicht aus Südostasien. Immer wieder werden Menschen erschossen, ermordet oder durch Mobbing (Harassment) ausgegrenzt oder besser gesagt "vernichtet". Dies sage ich, um aufzuzeigen, dass die Philippinen nicht einfach ein unsicherer Archipel ist, sondern, dass ähnliche Entwicklungen überall zu entdecken sind. Für die Philippinen gilt dasselbe, was auch für andere Länder gilt: dass jedes Land Zeit für die Entwicklung braucht und die kann man vielleicht abkürzen, aber sicher nicht auslassen. Auch die Schweiz hat vor 700 Jahren mit Kämpfen begonnen und Konflikte wurden in Europa leider nicht immer gewaltlos geführt.
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