World Mission Day
Welt-Missions-Tag
Als ich vor bald zwei Jahren noch in der Vorbereitung stand, als freiwillige Fachperson mit der BMI (Bethlehem Mission Immensee) in einen Einsatz zu gehen, wurde ich immer wieder – fast etwas entrüstet – gefragt, ob ich denn nun die Menschen dort „missionieren“ (engl.: evangelize) würde. Da ich mich als Pflegefachperson gemeldet hatte, stand diese Frage für mich nicht im Vordergrund. Ich mochte dieses Verständnis des Begriffes missionieren nicht und wurde ein bisschen nachdenklich. Missionieren klingt so sehr transitiv, als eine Seite, die etwas jemandem gibt, während die andere die Empfangende Seite ist. Es macht einen all zu hierarchischen Eindruck von oben nach unten. Der obere gibt und herrscht, während der untere empfängt und dankbar „sein muss“. Es scheint eine Einbahnstrasse – one-way.
Ich habe mich damals für die BMI entschieden, weil ihr die christliche Überzeugung wichtig ist und sie mit einem christlichen Profil arbeitet. Die „Befreiende Botschaft“, wie die BMI bekennt, ist Motivation für unsere Mitarbeit an einer gerechten und friedvollen Welt. Eine Hoffnung, die viele Menschen mit sich tragen und an der wir immer arbeiten müssen. Es ist die Liebe, die auf ihre Weise jeden von uns drängt, an einer solchen Welt zu arbeiten. Damit ist eingeschlossen, dass dieser Prozess frei geschehen muss, also ohne Druck oder zusätzliche Überzeugungshilfen. Liebe kann nur Liebe sein, wenn sie frei ist, zu lieben und geliebt zu werden.
Ich bin überzeugt, dass Liebe jeweils zuerst ein Akt von aussen ist, der dann etwas im Innern auslöst. Gott liebt mich zuerst und ich spüre das. Daraus gewinne ich die Überzeugung, dass Gott da ist, als Schöpfer und ich fühle mich geliebt oder sogar überreich beschenkt von seiner Liebe und Güte. Weil ich diese „unverdiente“ Liebe erhalten habe, fühle ich mich gedrängt (aber nicht unter Druck, sondern freien Willens) dasselbe nachzuahmen und Empfangenes weiter zu geben. Man kann ja nur weitergeben, was man vorher erhalten hat.
Mission ist darum für mich eine Weiter-Gabe – ein weiter geben einer Gabe. Zum einen geben wir Gaben weiter, die wir von unseren grosszügigen Spendern erhalten, die wohl auch aus Liebe zu den Menschen geben. Zum anderen geben mit Liebe weiter, was wir von anderen Menschen und von Gott erhalten. Damit sind alle Beteiligten von Mission auf einer Ebene und wechseln sich in ihren Akten von Dankbarkeit, Geben und Empfangen ab. Dankbarkeit ist die liebende Wertschätzung empfangener Gaben. Empfangen – Geben und Dankbarkeit zusammen ergibt für mich Mission. Mission ist dankbares Geben von Liebes-Gaben. Ich bin dankbar, dass ich geschenkte Gaben weiter geben darf! DANKE!