Gesundheit
Gesundheit
Jedes Kind würde sagen, es ist doch klar, dass Gesundheit sehr wichtig ist und darum ist es für alle wichtig. Wie oft empfinden wir den Wert unserer Gesundheit bei der kleinsten Verletzung oder bereits bei einer Grippe, wenn wir uns todkrank glauben.
Persönlich konnte ich diese Erfahrung der Wichtigkeit meiner Gesundheit im vergangenen Jahr machen, als ich vier Kilo Gewicht verlor und zu wenig auf die Anforderungen meiner Ernährung geachtet hatte. Als Europäer hatte ich zuerst die Kostumstellung und die für mich wesentlich höheren Grundumsatz wegen des Klimas völlig unterschätzt. In Europa ist vieles so klar, weil wir es uns von Kindheit an gewohnt sind. Doch wechseln wir dann auf einmal die Kost, das Umfeld, das Klima, können da ganz schöne Anforderungen auf einen Organismus zukommen und die Gesundheit belasten. Inzwischen habe ich den „Rank“ gefunden und bin froh darüber. Es bedeutet aber ständig auf der Hut sein und nicht unvorsichtig werden, mehr noch als in Europa.
Die Anzahl von Ärzten, Pflegepersonal und Spitälern mit ihrem Angebot an möglichen Eingriffen, kann ein Indikator für die Bedeutung von Gesundheit für eine Bevölkerung sein. Man könnte den Wert von Gesundheit einer Bevölkerung oder gar Nation auch an den pro Kopf Ausgaben für Gesundheit messen. Nach einer Studie im vergangenen Jahr ist demnach Gesundheit für die Schweizer weltweit am Wichtigsten* gefolgt von den USA. Die Philippinen liegen dann weit abgeschlagen am Schwanz der Welt.
Ist aber deshalb Gesundheit für die Philippinische Bevölkerung weniger wert? Meine Erfahrungen in den letzten zwei Jahren haben gezeigt, dass Gesundheit auch hier für die Menschen zu oberst auf einer Wunsch- oder Wichtigkeitsliste steht, mit dem Unterschied, dass sie nicht selten ein Wunsch ist und nicht nur wichtig. Einen Spitalaufenthalt können sich hier nur wenige leisten. Selbst Medikamente sind wegen Monopolstellung teurer als in irgend einem anderen asiatischen Staat, im Verhältnis zum Einkommen (das kaum höher ist als in anderen Schwellenländern).
Gesundheit heisst eben auch „Leistungsfähig“ sein. Es meint, sich etwas zuwenden zu können, um es mit den eigenen Möglichkeiten verändern und/oder vermehren zu können. Es meint auch, die Mittel für den fundamentalsten Schritt von Gesundheit beschaffen zu können: gesunde Nahrung. Wenn der Wert der Gesundheit nicht an den Ausgaben fürs Gesundheitswesen gemessen werden kann, reduziert es sich auf einen ideellen Wert. Gesundheit hat nicht selten mit Leben zu tun und Krankheit mit Tod. Wo man im Krankheistsfalle so nahe an der Schwelle zum Tod steht wie hier, erhält Gesundheit vielleicht sogar einen noch grösseren Wert für den einzelnen, der oft ein Teil eines Familienclans ist und ein Part der täglichen Arbeit zum Überleben.
Weiter stellt sich die Frage, ob eine Nation kränkelt, wenn sie nicht gesund ist oder ob sie gesund ist, wenn sie über ein funktionierendes Gesundheitssystem verfügt. Gesundheit ist und bleibt das kostbarste Gut, das der einzelne hat. Somit ist die Gesundheit
Bild MH: Mutter bei einem Feeding: * Das Schweizer Gesundheitswesen kostete im Jahr 2006 10,8% des Bruttoinlandproduktes (BIP) oder 6983 sFr. pro Einwohner; 2005: 11,4% des BIP. www.bfs.admin.ch. Das Philippinische National Statistics Office kennt leider keine vergleichbaren Daten. Dort beschränkt man sich auf "reproductive health care" und "fertility..." etc.
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