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El Niño

El-Niño

Der Wetterbericht in den filipinischen Zeitungen ist meist nur ein paar Zeilen lang. Von Isobaren- oder Wetterkarten kann da nicht die Rede sein. Es macht den Eindruck, dass die Menschen nicht sonderlich daran interessiert seien. Nicht so in der Schweiz, wo der Wetterbericht ein wichtiger Bestandteil der Nachrichten darstellt. Nicht wenige Menschen schauen oder hoeren sich wohl die Nachrichten an, nur um den Nachfolgenden Wetterbericht zu erhalten. Dann wissen sie, was sie morgen und die darauffolgenden Tage erwartet.

In den Philippinen nimmt man das Wetter wie es kommt. Es ist ja ohnehin meist gleich: In der Trockenzeit ist es schoen und heiss, in der Regenzeit regnet es haeufig monsunartig und ist etwas kuehler. Doch man nimmt das Wetter wie es kommt. Beinahe wie bei der Ermahnung von Jesus, sich nicht zu sehr ueber das Morgen zu sorgen, denn das heute hat doch schon genug eingene Sorge. So bleibt vielen Filipinos nur das Heute, um die taegliche Nahrung fuer die Familien zu beschaffen und kaum Zeit genug, sich um das Morgen zu sorgen.

Und doch, das Wetter hat gewechselt, das merken hier auch die aelteren Menschen. Im vergangenen Jahr war es ausgesprochen regnerisch und im Januar dieses Jahres nun wurde es so kalt wie seit 40 Jahren nicht mehr. Die Temperaturen fielen auf unter 20 Grad in der Nacht auf Meereshoehe, was doch extrem selten ist. Nun passierten bereits zwei Taifune das Land im Sueden, die eigentlich erst ab Juni erwartet werden. Was da wohl noch auf einen zukommen mag?

Es ist der El-Niño Effekt, der die Menschen vielleicht mehr beten macht. Das Wetter kann die Menschen aufschrecken, wach ruetteln. Der Wechsel von Meeresstroemungen im Pazifik wird bekanntlich als El-Niño Effekt bezeichnet. Diese spanische Bezeichnung meint das Jesuskind, auch bekannt als das Christkind oder Santo Niño, da der Stroeumungswechsel im Pazifik um die Weihnachtszeit statt findet. Die Menschen deuten die Wetterzeichen und koennen sie verstehen. Darum sind Zeichen vielleicht so relevant. Doch verstehen die Menschen auch die Mahnung Jesu in Lukas 12,54, die Zeichen der Zeit – und nicht nur des Wetters – zu deuten? Was mag uns alle morgen erwarten?


Bild: Koenigin Juana rettet den Santo Nino vor dem Feuer

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