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Reis Preis

Ich weiss nicht, was ich sagen soll. Ich sehe in der Zeitung während zweier hintereinanderfolgender Tage jeweils ein Bild mit beleibten Personen, die Reis davon tragen, das für die Ärmsten zu fast halbem Preis abgegeben wird. Die Arroyo Administration gibt Reis für 43,7 Milliarden Pesos für Arme zu günstigeren Preisen ab. Die Bezüger erhalten je nach Bezugsort einen markierenden Tintenfleck auf dem Finger oder Hand, um Missbrauch zu vermeiden. Wie aber kommt es, dass Menschen als wirklich arm eingestuft wurden, obwohl sie offensichtlich an z.T. massivem Übergewicht leiden? Es ist sogar ein stark übergewichtiges Kind mit Reisbeuteln in den Händen zu sehen. Tatsächlich ist das auch eine Form von Fehlernährung - sicher aber kaum eine Form von Unterernährung.

Mit ähnlichen Schwierigkeiten habe ich bei meiner Arbeit zu kämpfen. Die wirklich armen Menschen sind oft deshalb so arm, weil sie sehr abgelegen wohnen, viele Kinder haben und keine Landbesitzer sind, sich also nicht selber versorgen können. Mir scheint, dass niemand so wirklich an jenen Ärmsten interessiert ist. Wie gerne lanciert man doch ein Projekt, das gut sichtbar ist und das es entsprechend einfach möglich macht, sich eine guten Namen zu sichern. Genauso macht der als rechtskräftig der Plünderung verurteilte Ex-President Estrada seine Medienauftritte und schmeist gern einmal einige Medikamente in die Menge, um zu zeigen, wie grosszügig er (wohl mit dem Geld anderer?) ist.

Es mag eine der grössten Herausforderungen sein, mit und für die wirklich ärmsten Menschen zu arbeiten. Denn jene glauben oft nicht mehr an eine Veränderung, nicht selten haben sie keine Träume mehr und hoffen nicht mehr auf Hilfe. Wer dort arbeitet wird oft nicht von der breiten Menge gesehen und kann keinen Ruhm erhalten, ausser vielleicht den Dank der Menschen vor Ort. Wer sich mit jenen Menschen abgibt macht sich darauf gefasst, dass alles Mühen kaum oder nur schwer Früchte trägt. Doch jedes Leben ist es wert, gepflegt zu werden. Jede Hoffnung die gesät wird, möge hundertfach Frucht bringen. Ich hoffe und arbeite daran, dass der Reis der Hoffnung am richtigen Ort ankommt.


Philippine Inquirer Frontpage Saturday, April 5 2008

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